Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
Grosse Einigkeit herrschte bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung für die Weiterführung des Medical Master in St. Gallen.
Medizin Der Medical Master am Standort St. Gallen wird weitergeführt. Damit wird die medizinische Ausbildung in der Ostschweiz langfristig gesichert und gleichzeitig ausgebaut. Ziel ist es, mehr Ärztinnen und Ärzte auszubilden und damit einen Beitrag zur Sicherung des medizinischen Nachwuchses im Grossraum Zürich und in der Ostschweiz zu leisten. Das gemeinsame Vorhaben der beteiligten Kantone und Institutionen hat allerdings eine bewegte Vorgeschichte.
Insbesondere Regierungsrat Bruno Damann, Vorsteher des Gesundheitsdepartements des Kantons St. Gallen, und Regierungsrätin Dr. Silvia Steiner, Vorsteherin der Bildungsdirektion des Kantons Zürich, hoben das gute Einvernehmen und das gemeinsame Ziel hervor. Dass eine solche Zusammenarbeit nicht immer selbstverständlich war, zeigte sich im Jahr 2024. Damals hatte die Universität Zürich angekündigt, die Kooperation für das Masterstudium ab 2026 zu beenden. In St.Gallen sorgte dieser Entscheid für grosse Konsternation, stand damit doch auch die Zukunft des medizinischen Ausbildungsstandorts St. Gallen zur Diskussion. Dank diplomatischem Vorgehen seitens des Kantons St. Gallen konnte in der Folge jedoch wieder eine Basis für eine gemeinsame Lösung gefunden werden. Nun sind die Voraussetzungen geschaffen, um die medizinische Masterausbildung am Standort St. Gallen auch über das Jahr 2030 hinaus weiterzuführen. Gleichzeitig soll das Studienangebot deutlich ausgebaut werden.
Für Damann ist mit der Weiterführung des Medical Master auch die Hoffnung verbunden, dass ein Teil der in St. Gallen ausgebildeten Medizinerinnen und Mediziner in der Region bleibt. Gerade angesichts des zunehmenden Bedarfs an Ärztinnen und Ärzten sei dies von Bedeutung. Die Ausbildung vor Ort könne somit nicht nur mehr medizinischen Nachwuchs hervorbringen, sondern langfristig auch zur Sicherung und Verbesserung der medizinischen Versorgung in der Ostschweiz beitragen.
Mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung ist ein wichtiger politischer Schritt erfolgt. Nun müssen die rechtlichen und vertraglichen Grundlagen für die Weiterführung geschaffen werden. Im neuen Gesundheitsgesetz, das sich derzeit in parlamentarischer Behandlung befindet, sollen die gesetzlichen Voraussetzungen für die Fortführung des Medical Master verankert werden. Anschliessend steht der Abschluss der erforderlichen Kooperationsverträge an. Auch beim Umfang des Studienangebots ist eine deutliche Veränderung vorgesehen. Die Zahl der Studienplätze soll von heute 40 auf künftig 100 Plätze erhöht werden. Damit können am Standort St. Gallen künftig wesentlich mehr Medizinerinnen und Mediziner ausgebildet werden. Für den Kanton St. Gallen ergeben sich daraus Nettokosten von 6,2 Millionen Franken pro Jahr. In die Ausbildung eingebunden bleiben verschiedene Partner aus der Region. HOCH Health Ostschweiz, die Psychiatrie St.Gallen, das Ostschweizer Kinderspital sowie die freipraktizierenden Ärztinnen und Ärzte sollen weiterhin an der Ausbildung der künftigen Ärztinnen und Ärzte beteiligt sein. Zusätzlich ist vorgesehen, bis zu fünf Professuren zu errichten. Damit soll der Ausbildungsstandort St. Gallen nicht nur quantitativ ausgebaut, sondern auch fachlich weiter gestärkt werden.
Von Franz Welte
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